Die Fähigkeit, Geschenke anzunehmen
Vor kurzem hat man mich mit einem Mann bekannt gemacht, der mit seinen 40 Jahren schon zum dritten Mal verheiratet war. Alle Frauen haben ihn verlassen und das trotz der Tatsache, daß er in jeder Hinsicht ein idealer Ehemann war – er hat gut verdient, zu Hause hat er alles selbst gemacht, seiner Frau hat er praktisch nicht gestattet, irgendetwas zu tun. Morgens brachte er den Kaffee ans Bett. Aber aus irgendwelchen Gründen ist die Liebe bei diesen Frauen schnell verflogen und ihre Herzen verschlossen sich.
Es geht darum, daß sich die Herzen im Augenblick des Gebens und des Opferns öffnen. Und wenn wir unseren Nächsten nicht gestatten, zu spenden, uns etwas zu geben, dann verschließen sich ihre Herzen in Bezug auf uns. Und sie beginnen, häufig sogar unbewußt, uns zu hassen, nicht zu respektieren und auf der äußeren Ebene einfach zu schmarotzen und an uns Ansprüche zu stellen. Haben Sie Zweifel?
Erinnern Sie sich bitte an die Familien, in denen die Eltern nur für ihre Kinder gelebt, alles für sie getan und dabei nichts als Gegenleistung verlangt haben und andererseits an die Familien, bei welchen Kinder ihre Pflichten im Haushalt hatten, etwas für die Familie tun und den Eltern helfen mußten. Besonders zeigte sich das in kinderreichen Familien.
Was meinen Sie, aus welcher Gruppe geben Kinder, nachdem sie herangewachsen sind, ihre Eltern in Altersheime oder verhalten sich einfach schlecht zu ihnen, und aus welcher Gruppe zeigen die Kinder Respekt und Fürsorge?
Das betrifft auch die Beziehungen zwischen Mann und Frau.
Moderne Psychologen haben erkannt, daß, wenn ein Mensch Ihnen irgendetwas gespendet oder geschenkt hat, sich sein Verhalten zu Ihnen deutlich verbessert hat. Diese Tatsache wird von verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen aktiv genutzt, die sich in großer Zahl an diejenigen wenden, die ihnen wenigstens einmal gespendet haben, da Sie wissen, daß es viel leichter ist, von einem Menschen etwas zu bekommen, der nicht reich ist, der ihnen schon wenigstens einmal etwas gegeben hat, als von einem Reichen, der ihnen nie irgendetwas gegeben hat.
Eine solche Methode wird von Autoren verschiedener Methodiken der Art: „Wie man ein Luder wird“ benutzt, weil sie gemerkt haben, daß Männer oft von Aschenputteln zu Ludern gehen, die „einen Mann nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen können.“ Natürlich ist das das andere Extrem. Und nach einiger Zeit kommt das böse Erwachen. Wenn man einen Menschen nur benützt und bei ihm schmarotzt, dann verschließt sich sein Herz auch in Bezug auf diesen Schmarotzer.
In derlei Fällen fehlt der Energieaustausch.
Das betrifft auch Leistungen verschiedener Art. Möchten Sie, daß man Sie, Ihre Arbeit, Ihre Beratungen, Ihren Privatunterricht, eine Reparatur, nicht honoriert, respektiert und daß Ihnen keine Dankbarkeit entgegengebracht wird? Das ist ganz einfach, fangen Sie an, alles umsonst zu machen oder zu einem lächerlichen Preis, erlauben Sie nicht, daß sich die Menschen Ihnen gegenüber irgendwie erkenntlich zeigen.
Überlegen Sie sich: „Wofür“ liebt eine Mutter ihr vor kurzem geborenes Kind? Ist es sehr schön? Es gibt keine Ruhe, schreit, man muß es ständig waschen. Oder man kann oft folgendes hören: „Nun, was hat er (sie) an ihr (ihm) gefunden? Sie paßt nicht zu ihm, sie ist so unansehnlich und ungebildet.“ Es ist so, daß dieses Kind, dieser Ehegatte, dieser Kollege „es gestatten“, sich uneigennützig pflegen zu lassen und diesen Dienst anzunehmen, womit sie dazu beitragen, daß sich das Herz desjenigen, der gibt mit allen sich daraus ergebenden Folgen öffnet: der Partner bekommt Lust am Leben, Krankheiten verschwinden und die Energie strömt.
Wenn wir etwas annehmen, dann machen wir Menschen glücklich
In verschiedenen Traditionen gibt es Gleichnisse und einfach Behauptungen darüber, daß, wenn wir das Leben und die Gaben des Lebens annehmen, wir Gott glücklich machen, und umgekehrt, wenn wir das nicht annehmen, wir uns für unwürdig halten, das ihn dann sehr „betrübt“.
Dazu folgendes Beispiel: Jemand ist zu einem Freund zu Besuch gekommen und, nachdem er den reichhaltig gedeckten Tisch gesehen hat, hat er angefangen, gierig und schnell zu essen und darüber alles andere vergessen. Aber etwas später hat ihn ein Gefühl der Scham erfaßt und dann hat er seinen Teller weggeschoben und zu essen aufgehört. Aber er hat gemerkt, daß das seinen Freund auch nicht freut, der soviel Energie in die Zubereitung und die Organisation des Mittagessens investiert hat. Dann fängt er an, langsam und bewußt zu essen, wobei er jedes Gericht probiert und aufrichtig dankt. Und damit bereitet er demjenigen, der ihn eingeladen hat, viel Freude. Diese Analogie wird auf Gott übertragen, der diese Welt mit vielen Gaben für uns geschaffen hat und der sich darüber freut, wie wir diese Gaben annehmen und glücklich leben. Wenn wir darauf verzichten, anzunehmen, dann „betrübt“ das den Schöpfer.
Wir alle brauchen ein Objekt, das unsere Fürsorge und unsere Liebe annimmt. Die Welt ist so, daß eine Seele erst dann glücklich sein kann, wenn sie jemanden liebt und jemandem dient. Sogar viele ausgesprochene Egoisten und Diktatoren schaffen sich Tiere an, um wenigstens jemandem zu dienen.
Wenn wir den Menschen nicht gestatten, etwas Gutes für uns zu tun, wenn wir meinen, daß wir unwürdig sind, dann verletzten wir damit eines der Gesetze des Universums. Und dann erleben wir, daß wir dadurch unser Verhältnis zu diesen Menschen beschädigen, sie bekommen eine Aggression gegen uns, und Gott schickt uns immer weniger Gaben.
Das Universum gibt uns nicht, was wir nicht achten und das, was wir nicht annehmen wollen, weil wir der Ansicht sind, daß wir dessen, was uns gegeben wird, nicht würdig sind.
Was ist das, das Paradies?
Ich erinnere mich daran, wie überrascht ich durch eine Beschreibung des Universums durch die erleuchteten altindischen Weisen war. Sie behaupten, daß es höhere und niedere Welten gibt, also Welten, die dem Paradies und Welten, die der Hölle zuzuordnen sind, die wiederum aus mehreren verschiedenen Ebenen bestehen.
Insgesamt gibt es 14 Ebenen. Die Erde befindet sich auf der siebten, der mittleren Ebene.
Und auf jeder höheren Ebene ist das Glück hundert Mal größer als auf der vorherigen. Aber um auf diese Ebene zu kommen, muß man hundert Mal uneigennütziger werden …
Und das bezieht sich sowohl auf das nächste Leben – wenn du auf den höheren Planeten geboren werden willst, dann werde im nächsten Leben uneigennütziger – als auch auf den jetzigen Augenblick. Je uneigennütziger ein Mensch in diesem Leben ist, also jetzt, desto glücklicher ist er.
Im großen und ganzen gibt es drei Ebenen wie man sich des Glückes bewußt wird:
1. Ich bin glücklich, wenn alle um mich herum glücklich sind. Diese Ebene des Bewußtwerdens existiert auf den höchsten, den paradiesischen Planeten, bei den Engeln und bei unegoistischen, harmonischen Menschen.
2. Ich bin glücklich, wenn es mir gut geht und mir ist eigentlich egal, was andere Menschen empfinden. Dies ist die Ebene der mittleren Planeten, die in der modernen westlichen Zivilisation klar zum Ausdruck kommt.
3. Ich bin glücklich, wenn es anderen schlecht geht. Dies ist die Ebene der Planeten, die der Hölle zuzuordnen sind. Auf der Erde kann man das bei neidischen, extrem egoistischen Geschöpfen beobachten.
Jesus Christus hat gesagt, daß das Himmelreich in uns ist. Und wir können für uns das Paradies oder die Hölle überall schaffen, egal wo wir sind. Ein gieriger und neidischer Mensch wird nie glücklich und gesund sein, egal in was für einem Palast er lebt. Er schafft eine Hölle für sich und seine Umgebung, wo immer er sich auch befinden mag.
Dagegen haben Mutter Theresa, der heilige Franziskus, Sivananda Swami, die sechs Goswami von Vrindavan und andere Heilige immer Glück ausgestrahlt und waren nicht nur selbst gesund, sondern haben alle durch ihre bloße Anwesenheit geheilt.
Sie haben all diese Ideen vom gegenseitigen Energieaustausch übertroffen. Sie haben ihr Leben voll und ganz Gott geopfert und anvertraut. Und das ist bereits sogar nicht einmal das Paradies … Das ist das Himmelreich …
Gleichnis
Ein Mensch hat Gott gebeten, ihm das Paradies und die Hölle zu zeigen.
Zunächst war er in einer großen Halle, in deren Mitte ein großer Tisch mit vielen Speisen stand, an dem Menschen mit gefesselten, ausgestreckten Armen gesessen haben. Sie konnten die Speise nicht in ihren Mund hineintun, da sie nicht imstande waren, ihre Arme in den Ellbogen abzuwinkeln. Sie haben ständig aufeinander geschimpft und sich gegenseitig vom Tisch weggeschoben. Aber selbst wenn es ihnen gelungen ist, die Speise in die Hand zu nehmen, konnten sie sie nicht essen oder trinken. Und das brachte sie noch mehr in Wut. Überall lag das Essen herum, und die ganze Atmosphäre war von Haß durchdrungen.
Dann ist er in eine andere Halle gekommen, in der auch so ein Tisch stand. Aber um diesen Tisch herum waren ruhige, zufriedene Menschen, die einander mit ihren Händen das Essen gegeben und dabei gute Worte gesprochen haben. Diejenigen, denen sie das Essen gegeben haben, haben es mit Liebe und Dankbarkeit angenommen, obwohl ihre Arme genauso gefesselt waren. Alle waren satt und zufrieden. Die Atmosphäre war von Liebe und Gutmütigkeit durchdrungen.
Wo das Paradies und wo die Hölle war, haben Sie, glaube ich, verstanden.

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