Jedes Leben ist eine besondere Mission
Ich erinnere mich daran, wie ich vor vielen Jahren eine Frau beraten habe, die mit vielen Fragen zu mir gekommen ist. Sie quälten finanzielle Probleme, Probleme mit der Gesundheit und im Privatleben. Aber aus ihrer Karte war davon nichts zu sehen. Ich fragte sie, welchen Beruf sie hat.
Sie antwortete, daß sie als Chefbuchhalterin arbeitet. Ich war erschüttert „aber das paßt überhaupt nicht zu Ihnen, Sie sind eine geborene Pädagogin.“ Als ich das gesagt hatte, hat sie geweint wie ein kleines Mädchen. Unter Tränen erzählte sie mir, wie sehr sie Kinder liebte und liebt, daß sie an einem pädagogischen Institut studieren wollte, aber ihr Vater ihr verboten hat, auch nur daran zu denken, und mit den Worten: „Du wirst mir eines Tages „Danke“ sagen“ schickte er sie zur Ausbildung an ein Handelsinstitut, um dort Betriebswirtschaft zu studieren.
Sie schluchzte und sagte, daß sie zur Arbeit geht wie zu einer Zwangsarbeit, aber gezwungen ist, das zu tun, da die Arbeit es ihr ermöglicht, ein hohes gesellschaftliches Niveau zu halten und Kredite abzuzahlen.
Wir haben ziemlich lange miteinander geplaudert. Ich habe ihr erklärt, daß das Geld abhängig vom jeweiligen Karma kommt, daß sie in der Tat einen Weg ausgewählt hat, der in eine Sackgasse führt, bei dem sie sogar das Gute, das sie sich in früheren Inkarnationen erarbeitet hat, nicht bekommen kann, daß, egal mit welcher spirituellen Praktik sie sich beschäftigt, dies keinen nennenswerten Fortschritt bringt, und auch das, was nachfolgend beschrieben wird.
Dies alles hat sie sehr beeinflußt. Innerhalb einer Woche hat sie ihre Stelle aufgegeben und hat begonnen, nach den Prinzipien halbehrenamtlicher Tätigkeit mit Jugendlichen zu arbeiten und auch Psychologie zu studieren. Einige Wochen später hat sie mich angerufen und sich sehr herzlich bei mir bedankt und mir erzählt, daß sie glücklich ist, wie niemals zuvor. Die finanziellen Probleme und die gesundheitlichen Probleme hatten sich von selbst gelöst. Ihre Angehörigen waren zunächst gegen ihre Entscheidung, nachdem sie aber gesehen hatten, was für Veränderungen mit ihr geschehen waren, unterstützen sie sie jetzt voll und ganz.
Natürlich können nicht alle ihr Leben so radikal verändern und das müssen ja auch nicht alle. Aber darüber nachdenken, bin ich am richtigen Platz, macht mich meine Arbeit glücklich und ist das eigentlich wirklich „meines“, müssen alle, die glücklich, gesund und richtig erfolgreich sein wollen. Zunächst muß man sich überlegen, und dann, wenn nötig, anfangen etwas zu tun.
Wie kann man seine Berufung, seine Mission finden und im Einklang mit ihr leben?
Eine mutige Sache ist für einen Menschen ein Leben im Einklang mit seiner Vorbestimmung. Alles andere ist nichts anderes als unwichtiger Zusatz.
Michel de Montaigne
Diese Frage ist für jeden Menschen wichtig, da wir den Zustand des Glücks erst im Augenblick der Verwirklichung unserer eigenen Person, unseres Potentials, unseres Talents aufgrund irgendeiner Tätigkeit erleben können. Das ist ein sehr wichtiges Thema. Und sehr wichtig wird es dadurch, das, wenn ein Mensch sich gesellschaftlich nicht verwirklicht hat und er sich nicht seiner Natur entsprechend beschäftigt, er den Menschen in seiner Umgebung keinen Nutzen bringt, er nicht glücklich sein und sich spirituell und körperlich nicht erfolgreich entwickeln kann. Und natürlich kann hier auch von Harmonie keine Rede sein.
Leider gibt es in unserer Zivilisation nicht gerade so viele Beispiele von Menschen, die harmonisch leben und sich ihrer Natur entsprechend beschäftigen, da sie andere Werte besitzen.
Und unser Leben hängt bekanntlich von jenen Werten ab, an die wir uns halten, denn unsere Ideale dienen als Grundlage für unser Verhalten und unsere Lebensweise. Es ist schwierig, die Ideale der heutigen Kultur zu nennen, aber im allgemeinen sind sie wie folgt: verdiene möglichst viel Geld, egal auf welche Art und Weise und befriedige deine Gefühle, erreiche eine hohe Position, werde bekannt, denn dann werden dich alle respektieren. Wenn das nicht klappt, kann der Mensch sich irgendeiner Religion zuwenden und ein fanatischer Anhänger dieser Religion werden oder die Lebensweise eines Hippies annehmen und alles ablehnen. Aber mit so einer Einstellung ist es nicht möglich, sich zu verwirklichen, und um so mehr seine Mission auf dieser Erde zu erfüllen. Jeder Mensch hat seine bestimmte Mission.
Für eine Mission muß ein Mensch bereit sein. In erster Linie muß man sich von Angst, Geiz und Unwissenheit freimachen, ein sehr starkes Verlangen besitzen, allen Geschöpfen Nutzen zu bringen sowie den Geist der Opferbereitschaft und des Dienens besitzen.
Im großen und ganzen dienen wir immer jemandem oder einer Sache, weil das die Natur der Seele ist, ohne das können wir nicht leben. Die Frage ist, wem, wie und in was für einer spirituellen Verfassung wir dienen. Wir können unserem falschen Ego oder unserem Verstand dienen. Aber all das macht uns letztendlich bzw. unsere Umgebung nicht glücklich. Die Seele kann nur dann glücklich sein, wenn sie Gott dient und durch dieses Dienen auch allen Geschöpfen. Beim Ayurveda heißt es, daß wir keine Tätigkeit in Angriff nehmen dürfen, wenn sie nicht auf den Nutzen für alle Geschöpfe ausgerichtet ist.
Sieh Gott in allem und überall. Diene allen, indem du in ihnen Gott siehst.
Sivananda Swami
Und dann, selbst wenn sich ein Mensch nicht mit großartigen Projekten beschäftigt, wird er durch sein bloßes Dasein auf dieser Erde das Karma der ganzen Menschheit verbessern.
So kehren wir immer wieder zu dem Punkt zurück, daß man an seinen Charaktereigenschaften arbeiten muß, was praktisch im modernen Bildungssystem nicht unterrichtet wird, in dem das Wichtigste darin besteht, ein Kind mit immer mehr Informationen vollzustopfen und es dann dorthin zu schicken, wo man möglichst viel Geld verdienen und eine hohe Position erreichen kann. Dabei wird der Vermittlung moralischer Werte fast keine Aufmerksamkeit geschenkt. Das Wichtigste besteht darin, Prüfungen abzulegen. Aber wie kann sich ein Mensch seiner Natur entsprechend mit etwas beschäftigen, wenn er innerlich vom Geld abhängig ist?
Der einfachste Test, der uns helfen kann, herauszufinden, ob wir am richtigen Platz sind oder nicht, ist sich zu fragen: wenn ich Geld hätte und wohlhabend wäre, würde ich dann der Tätigkeit nachgehen, mit der ich mich jetzt beschäftige? Bringe ich mit meiner Tätigkeit irgendjemandem einen Nutzen? Die Antwort „nein“ muß Sie dazu bringen, ernsthaft nachzudenken.
Es gibt drei Ebenen der Entwicklung eines Menschen im Hinblick auf seine Tätigkeit.
Die erste ist die, wenn jemandem seine Arbeit Spaß macht, je nachdem wieviel Geld er verdient.
Die zweite Ebene ist die, wenn jemandem seine Arbeit Spaß macht, weil man ihn anerkennt und ihm dafür dankt.
Und die dritte Ebene ist die, wenn jemandem die Tätigkeit Spaß macht. Und nur auf dieser Ebene kann man von Kreativität, Selbstverwirklichung und Mission sprechen.
Wenn Sie sich das einmal überlegen, dann wurden alle Meisterwerke der Kultur, Erfindungen und einfach gute Waren, die der Menschheit einen Nutzen gebracht haben, gerade von solchen Menschen geschaffen. Natürlich kann jetzt nicht jeder gleich seine Tätigkeit ändern, aber man kann ein Hobby haben, aus dem später durchaus einmal ein Beruf werden kann.
Fragen zur Selbstanalyse
1. Wenn ich finanziell unabhängig werden würde, würde ich mich dann weiter mit dem beschäftigen, was ich zurzeit mache?
2. Gefällt mir das, womit ich mich beschäftige. Spüre ich, wie „meine Seele singt“, wenn ich am Arbeiten bin?
3. Bringt meine Arbeit der Welt irgendeinen Nutzen? Wird jemand durch sie glücklicher?
4. Wenn ich morgen sterben würde, würde es deshalb weniger Licht auf der Welt geben? Oder atmet die Welt erleichtert auf: „Einen Parasiten, der nur für sich selbst gelebt hat und vielleicht noch für seine Verwandten, gibt es jetzt weniger?“
5. Haben wir unsere Art der Tätigkeit selbst ausgewählt oder unter dem Einfluß unserer Umgebung (Verwandte, Freunde, die Gesellschaft im allgemeinen)?
6. Es ist kein Zufall, daß wir in einem bestimmten Ort, Land, Familie geboren werden. Unsere Mission ist normalerweise mit unserer Nation und unserer Familie verbunden. Denken Sie nach, was Sie für Ihr Volk und Ihre Familie und auch für die Erde überhaupt Gutes tun können. Was ist die Vorbestimmung meiner Familie, meines Volkes?
7. Wie viele Kreativitätselemente gibt es in meiner Arbeit?
Ich betone, daß die letzte Frage nicht nur die Menschen schöpferischer Berufe betrifft. Schöpferische Arbeit können wir überall leisten. Ich kenne Menschen, die putzen und dabei singen und mit ihrer ganzen Seele dabei sind und besser bezahlt werden als andere. Ich kenne eine Krankenpflegerin, die ihre Pflichten mit ganzer Hingabe erfüllt hat, und ihre Auftraggeberin hat ihr ein neues Auto geschenkt. Aber das wirkt sich auf die Arbeit dieser Menschen nicht besonders aus. Für sie ist das nichts als eine angenehme Ergänzung zu ihrer Lieblingsbeschäftigung.
Andererseits gibt es auch solche, die in typisch schöpferischen Bereichen (Schauspieler, Schriftsteller, Designer) arbeiten. Aber sie machen ihre Arbeit nur um des Geldes und des Ruhmes willen, und wenn das Karma gut ist, dann können sie viel erreichen, besonders, wenn sie mit den niederen Energien der Menschen spielen, aber sie zerstören nur das spirituelle Leben der Menschen und ihr eigenes … Dadurch verschlechtern sie ihr Karma für viele künftige Leben, und in diesem Leben retten sie sich von dem Gefühl der Leere und von Depressionen durch Alkohol, Rauschgift und Unzucht.
Was ist das, die psychophysische Natur?
Bleib deiner eigenen Natur treu
Shakespeare
„Sie schreiben, daß wir mit einer bestimmten psychophysischen Natur geboren werden, die sich in diesem Leben praktisch nicht ändern läßt und das ist auch nicht nötig, man muß nur im Einklang mit ihr handeln. Erzählen Sie bitte ausführlicher darüber: welche Eigenschaften eines Menschen gehören denn zu seiner psychophysischen Natur, das heißt, was können wir nicht ändern und was brauchen wir nicht zu ändern?“
Sie stellen eine sehr tiefgreifende Frage bezüglich der psychophysischen Natur des Menschen, im Sanskrit nennt man das „Guna-Karma.“ Ihre Grundlage bilden die im Unterbewußtsein abgespeicherten Programme, die durch eine sehr große Anzahl von Leben angelegt worden sind und die mit sich unaufhörlich wiederholenden Gedanken und Taten angereichert worden sind. Und das Unterbewußtsein macht etwa 95% unserer Persönlichkeit aus. Und gerade die im Unterbewußtsein abgespeicherten Programme bestimmen den Verlauf und die Richtung unseres Lebens. Es ist das, was im Laufe von vielen Leben erarbeitet worden ist.
Das Niveau unseres Guna-Karma und der Zustand unseres Unterbewußtseins hängen in vielem davon ab, was für einen Umgang wir uns in diesem und insbesondere in früheren Leben ausgewählt haben.
Jeder Mensch wird im Einklang mit seinem Karma geboren, an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Familie. Und im Zeitpunkt der Geburt ist bereits zu sehen, was für einen Körper er bekommt und was für eine Konstitution. Es gibt zum Beispiel Menschen, die ursprünglich mit einer kräftigen Konstitution geboren werden. Für sie ist es leichter, Erfolge im Sport zu erringen, und andere müssen dafür größere Anstrengungen unternehmen, die Ergebnisse werden jedoch viel schlechter sein. Das bezieht sich auf die physische Konstitution. Das läßt sich auch auf den emotionalen Bereich übertragen. Ein Mensch wird geboren und er hat bereits einen Charakter. Sie können das bei Kindern beobachten. Sie sprechen und benehmen sich oft so, daß die Eltern staunen: so etwas hat es in unserer Familie nicht gegeben! In unserer Zeit werden immer öfter Kinder geboren, die im Alter von zwei-drei Jahren derartige Fragen stellen, daß es ein Rätsel ist, wo sie das herhaben, wie sie derlei Dinge überhaupt verstehen können. Aber das Problem ist, daß die psychophysische Natur von unserem Unterbewußtsein bestimmt wird, das wiederum davon abhängig ist, wie wir in früheren Leben gedacht und uns verhalten haben.
Es ist sehr wichtig, daß jeder Mensch eine seiner Natur entsprechende Beschäftigung auswählt.
Laut Ayurveda ist es so, daß, wenn ein Mensch nicht seinem Weg folgt, sein Karma sich zu verschlechtern beginnt, was sich in erster Linie auf die Gesundheit und die Beziehungen zu anderen Menschen auswirkt. Verschiedene Probleme treten mit der Zeit auf. Aber das Wichtigste ist, er kann nicht zufriedengestellt werden. Und man kann kaum einen Menschen finden, der ruhig und glücklich ist, wenn er sich nicht mit dem beschäftigt, was ihm gefällt und seiner Natur entspricht.
Ayurveda behauptet, daß, je weiter wir von unserem Dharma abweichen, dem Weg, der für uns bestimmt ist, desto mehr Krankheiten und Leiden bekommen wir.
Beachten Sie bitte, daß Krankheiten und Probleme nicht dann zu entstehen beginnen, wenn wir uns nicht richtig ernähren oder von jemandem gekränkt werden, was natürlich auch eine wichtige Rolle spielt, sondern wenn wir von unserem Weg abweichen. Das bedeutet, daß wir nicht glücklich, gesund und erfolgreich sein können, wenn wir nicht mit einer Sache beschäftigt sind, die uns von der Natur vorbestimmt ist.
Im großen und ganzen ist die Gesundheit laut Ayurveda ein Zustand des Glücks. Und wenn sich ein Mensch nicht in einem sich stets verstärkenden Glückszustand befindet, heißt das, daß er nicht seinen Weg geht. Die literarische Übersetzung des Wortes „Glück“ bedeutet ein Teil eines einheitlichen Ganzen, ein Teil Gottes zu sein und einen Platz im Universum einzunehmen, der uns vorbestimmt ist.
Jeder Mensch hat seine psychologische Grundlage: bei dem einen ist die Intuition stark entwickelt, bei dem anderen die Logik, ein Dritter geht großartig mit anderen Menschen um, einem Vierten fällt es im Gegenteil schwer, mit den Menschen in seiner Umgebung zu verkehren. Dagegen fühlt er sich auf dem Gebiet der Technik in seinem Element. In diesen Eigenschaften zeigt sich teilweise die psychophysische Natur. Darüber hinaus hat jeder Mensch ein Talent. Und wir sind glücklich, wenn wir dazu fähig sind, dieses Talent zu entwickeln und der Welt einen Nutzen zu bringen. Ich möchte betonen, daß jeder in diesem Leben seine Mission, seine Vorbestimmung hat. Ein gravierendes Problem besteht darin, daß die meisten Menschen nicht im Einklang mit dieser Mission leben. Im wesentlichen deshalb, daß sie von Angst, Gier und Unwissenheit getrieben werden. Das sind die Hauptfeinde des Menschen auf dem Weg zum Erfolg im Leben. Es wird angenommen, daß ein Mensch sich spirituell, materiell und physisch nicht erfolgreich entwickeln kann, wenn er sich gesellschaftlich nicht entsprechend seiner Natur verwirklicht hat.
Um sein Lebensziel zu erreichen, muß ein Mensch fleißig sein. Der Fleißige ist nicht derjenige, der von früh bis spät arbeitet, sondern derjenige, dem das Spaß macht, was er tut. Und um dieses Niveau zu erreichen, muß ein Mensch vor allen Dingen lernen, nicht vom Geld abhängig zu sein. Aber leider ist die Grundeinstellung der modernen Gesellschaft, möglichst viel Geld egal auf welche Weise zu verdienen. Und je mehr ein Mensch in diesem Leben verdient, für desto glücklicher und erfolgreicher wird er gehalten. Und so lange eine solche Geistesrichtung existiert, kann von Glück natürlich keine Rede sein, da die Bindung an das Geld Angst und Gier hervorruft, die die Suche nach der eigenen Vorbestimmung, der eigenen Mission erschwert und es nicht zuläßt, Erfolg zu erreichen. Und umgekehrt können wir glücklich sein und eine vollständige Erfüllung durch das Leben finden, wenn wir sehen, daß unsere Tätigkeit einen Nutzen bringt.
Und was Sie anbelangt, so ist es etwas ungewöhnlich, wenn ein Mensch mit über 70 Jahren nach seiner Natur fragt. Natürlich ist es besser, derartige Fragen zu stellen, wenn man jung ist, wenn der Lebensweg erst ausgewählt wird, aber durch Ihr Beispiel wird noch einmal bewiesen, daß das Alter eines Menschen von seiner Gemütsverfassung bestimmt wird und daß es nie zu spät ist, damit zu beginnen entsprechend seiner Vorbestimmung zu leben und auf diese Weise richtig erfolgreich zu werden.
Das Verständnis der eigenen Vorbestimmung im Leben
Sogar der Schwächste unter uns besitzt eine Gabe, wenn sie auch auf den ersten Blick unwesentlich scheint, aber diese Gabe ist einzigartig und wenn man von ihr gebührend Gebrauch macht, dann kann sie zum Ruhm des ganzen Menschengeschlechts dienen.
D. Raskin
„Ich habe an Sie eine Frage bezüglich meiner Bestimmung in meinem Leben. Ich will nicht nur des Geldes und des Prestiges willen leben. Wir kommen ja nicht dafür in diese Welt. Aber ich weiß nicht, welche Beschäftigung für mich besser ist, was für eine Mission ich habe, und das bringt mich in einen Zustand der Schwermut. Meine Frau versteht mich nicht, sie meint, daß, wenn man eine Arbeit hat, die regelmäßig bezahlt wird, was braucht man dann noch. Was können Sie mir raten?“
Sie stellen sehr gute Fragen. In der Tat ist es sehr wichtig, eine Beschäftigung entsprechend seiner eigenen Natur zu haben. Es geht darum, daß wir eine unvergängliche Seele sind, aber wenn wir in diese Welt kommen, dann bekommen wir einen feinstofflichen und einen grobstofflichen Körper, die sich dank der Gedanken, Wünsche und Handlungen herausbilden, die wir durch eine Vielzahl von Inkarnationen ausgewählt haben. Und wir werden mit einer bestimmten psychophysischen Natur geboren, die sich in diesem Leben praktisch nicht ändern läßt, und das ist ja auch nicht erforderlich. Man muß einfach ihr entsprechend handeln. In der Bhagavadgita, der ältesten heiligen Schrift, die es auf der Erde gibt, die praktisch die Grundlage für alle östlichen philosophischen und psychologischen Schulen ist, wird diese Frage untersucht. „Was bringt uns die Unterdrückung unserer eigenen Natur? Und es werden viele Argumente und Beweise angeführt, deren Sinn darauf hinausläuft, zu zeigen, daß es nichts außer Unglücken und eine Verschlechterung des eigenen Karmas bringt.
Jeder Mensch ist doch einzigartig. Er besitzt Talente und Fähigkeiten, und jeder von uns, der in dieser Welt lebt, muß etwas tun. Es ist nicht möglich, auf dieser Welt zu leben und keinerlei verstandesmäßige, sprachliche oder körperliche Handlungen auszuführen. Und jede Tätigkeit, für die wir uns entscheiden, hat ihre Folgen, ihr Karma. Aber das ist ein anderes Thema. Der Gedanke, den Sie in erster Linie verinnerlichen müssen, nämlich, daß alles Lebendige und Nichtlebendige auf dieser Welt, und laut östlicher Psychologie, alles, was uns umgibt, etwas Lebendiges ist, eine bestimmte Natur und Vorbestimmung hat. Und wenn jemand nicht entsprechend seiner Natur lebt und handelt, dann leiden er und seine Umgebung. Es ist nicht möglich, eine Ruhe des Verstandes zu erreichen und sich also spirituell und materiell zu entwickeln, wenn sich eine Person gesellschaftlich nicht verwirklicht hat. Es ist auch wichtig, zu verstehen, daß in dieser Frage die Begriffe „besser und schlechter“ fehlen. Die Antwort auf die Frage beispielsweise, was besser ist, ein Pkw oder ein Lkw, wird von jemandem, der jeden Tag zur Arbeit ins Stadtzentrum fahren muß, fällt so aus, und die eines anderen, der schwere Gegenstände in eine benachbarte Stadt befördern muß, fällt anders aus.
Was wir als nächstes verstehen müssen ist, daß wir uns der Wichtigkeit unserer Tätigkeit bewußt werden und fühlen müssen, daß wir dank dieser Tätigkeit den Menschen in unserer Umgebung einen Nutzen bringen und entsprechend unserer persönlichen Mission leben. Denn je selbstloser wir leben, desto glücklicher sind wir.
Scheinbar sind das ziemlich selbstverständliche Dinge. Aber warum ist denn die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt nicht entsprechend ihrer Natur beschäftigt? Nicht nur, daß sie ihre Talente nicht verwirklichen, sie kennen sie sogar nicht. Die Hauptgründe dafür sind solche Eigenschaften wie Angst, Gier, Unwissenheit und Neid. Denn in diesem Fall wird der Mensch zum Sklaven von Geld und materiellen Dingen. Darüber spricht nicht nur die östliche Psychologie, darüber schreiben immer öfter unsere Zeitgenossen. So betont zum Beispiel der weltbekannte Fachmann auf dem Gebiet der Businesspsychologie, Robert T. Kiosaki, in seinem sehr bekannten Buch „Reicher Papa, armer Papa“: „Die Hauptursache für Armut oder finanzielle Schwierigkeiten sind Angst und Unwissenheit … die Angst und die Gier können Sie in die größte Falle locken, wenn Sie nicht verstehen, wie sie Ihre Gedanken steuern. Grausam ist nicht das, was ich gesagt habe. Sein Leben in Angst zu verbringen und dabei keinen einzigen Traum zu verwirklichen, das ist es, was grausam ist. Im Schweiße seines Angesichts für Geld zu arbeiten und zu denken, daß das ermöglicht, Dinge zu kaufen, die Sie glücklich machen, das ist schlimm. Das Leben, das durch die Höhe des Arbeitslohnes gesteuert wird, das ist kein Leben. Diejenigen, die denken, daß die Arbeit ihnen ein Gefühl der Sicherheit gibt, belügen sich selbst.“
Deshalb empfiehlt die östliche Psychologie üblicherweise in erster Linie mit der Reinigung des Bewußtseins und der Arbeit am eigenen Charakter zu beginnen, da nur ein Mensch, der von solchen Eigenschaften wie Gier, Neid, Zorn, Habsucht, Unwissenheit, Geschwätzigkeit usw. frei ist, ein erfülltes Leben führen, nach seiner Berufung in Freude und Harmonie arbeiten und den Menschen in seiner Umgebung wahren Nutzen bringen kann.
Ausgehend von dem Vorstehenden, gebe ich Ihnen folgenden Rat: arbeiten Sie an sich. Man muß sich auch fragen, wenn ich mit dem Geld keine Probleme hätte, für welche Tätigkeit würde ich mich dann entscheiden. Wenn wir diese Frage stellen, dann bekommen wir in der Regel zur Antwort, womit sollen wir uns beschäftigen. Und wenn wir anfangen, trotz aller Schwierigkeiten das zu tun, dann kommt mit der Zeit das Geld, der Erfolg und, was am wichtigsten ist, eine große Erfüllung durch das Leben.
Zunächst kann unsere Lieblingstätigkeit ein Hobby sein, aber mit der Zeit, nachdem Sie ein Fachmann in ihrem Hobby geworden sind, können Sie es als Ihre Hauptbeschäftigung annehmen. Und es bringt nichts, zu befürchten, daß der Lohn geringer wird. Das Geld kommt abhängig vom jeweiligen Karma (Schicksal). Wenn ein Mensch schwere ungeliebte Arbeiten verrichtet, die nicht seiner inneren Neigung entsprechen und er mehr Geld als ihm seinem Karma gemäß zusteht, dann wird ihm etwas in anderen Lebensbereichen „genommen“: die Gesundheit, die Familie usw.
Das ist im allgemeinen alles, was ich Ihnen in aller Kürze hinsichtlich des Verständnisses der Vorbestimmung empfehlen kann. Was Sie anbelangt, so passen zu Ihnen besonders solche Tätigkeiten wie Finanzanalytiker, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Israel paßt zu Ihnen vom Standpunkt der gesellschaftlichen Verwirklichung nicht. Der beste Ort dafür ist Rußland.
Der Frau, die sich darüber beklagt hat, daß der Reichtum ihr kein Glück gebracht hat, hat der Meister folgendes gesagt:
– Du urteilst so als ob es ohne Luxus und Komfort kein Glück gibt, sagte der Meister zu ihr. Damit du richtig glücklich wirst, meine Liebe, brauchst du nur eines, du mußt dich für irgendetwas so begeistern, damit Du nicht mehr mit Dir selbst beschäftigst.
Praktische Empfehlungen
1. Setzen Sie sich gerade hin, richten Sie ihre Wirbelsäule auf, lassen Sie alle Gedanken außer
Betracht. Stellen Sie sich vor, daß aus Ihrem Herzen ein goldener göttlicher Strom von Liebe strömt (die Farbe kann verschieden sein: hellviolett, rosa). Dieser Strom dringt in jede Ihrer Zellen ein, tritt aus Ihnen raus und verbreitet sich im ganzen Universum. Und wenden Sie sich an Gott mit der Bitte, Ihnen dabei zu helfen, einen Platz zu finden, der Ihnen im Universum vorbestimmt ist, wo Sie sich in Harmonie ankommen werden und sich am besten in das Weltsystem einfügen.
Mit dieser Bitte kann und muß man sich an Gott durch Gebete anwenden.
2. Überlegen Sie, ob Sie einen Menschen kennen, der im Laufe einer langen Zeit glücklich war, sich dabei aber mit etwas beschäftigt hat, das ihm widerstrebt?
3. Wenn Sie keine Zeit haben, Ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, dann überlegen Sie genau, warum das so ist, und beseitigen erst dann alle Hindernisse ohne jedes Bedauern.
4. Die Qualität unseres Lebens ist bedingt durch die Qualität unseres Beitrags zum Leben anderer Lebewesen.
Versuchen Sie, sich an die Namen von fünf Nobelpreisträgern, von fünf der bekanntesten Menschen des XX. Jahrhunderts und von fünf Olympiasiegern zu erinnern. Die überwältigende Mehrheit der Menschen kann sogar nicht einmal eine dieser Fragen beantworten, aber dafür kann jeder Mensch die Frage beantworten, wer einen Beitrag zu seinem Leben geleistet hat, wer in der Not geholfen hat. So ist das Wesen dieser Welt: Berühmtheiten werden vergessen, manchmal schon am nächsten Tag, aber derjenige, der Ihnen von Herzen geholfen hat, der der Welt selbstlos dient, bleibt im Herzen.
5. Um sich im Leben zu verwirklichen, braucht man nicht dem Erfolg nachzujagen, sondern man muß den Sinn des Daseins finden. Die beste Frage, die wir uns stellen können, lautet: „Womit und wo kann ich der Welt nützlich sein?“
6. Fragen Sie sich: „Auf welchem Gebiet bin ich ein Fachmann? Wie viel Zeit wende ich für die Verbesserung meiner professionellen Qualitäten auf?“
Wenn das weniger als 40 Minuten pro Tag sind, dann ist das ein Grund, ernsthaft darüber nachzudenken. Ein Meister seines Faches kann man erst dann werden, wenn man sich in seinem Beruf ständig fortbildet. Das bedeutet, Fachliteratur zu lesen, Fachseminare und Fachkurse zu besuchen. Derjenige, der kein guter Fachmann wird, kann kaum etwas in gesellschaftlicher Hinsicht zustandebringen, selbst wenn er entsprechend seiner Vorbestimmung beschäftig ist.
7. Man muß sich von Gedanken und Worten völlig freimachen: „Ich habe auf die eine oder andere Weise jemandem geholfen und so habe ich für diesen Menschen etwas Gutes getan.“ Sagen Sie stattdessen: „Ich bin Gott dafür dankbar, daß er mir die Möglichkeit gegeben hat, diesen Menschen zu dienen und zu helfen.“
8. Widmen Sie Ihrem Traum mindestens eine Stunde pro Tag. Wenn Sie zum Beispiel ein Buch schreiben wollen, schreiben Sie es! Wenn Sie Tänzer werden wollen, beschäftigen Sie sich mit dem Tanzen usw.
9. Denken Sie daran, daß:
– Die meisten Menschen an Herz- und Gefäßkrankheiten sterben.
– Laut amerikanischen und russischen Untersuchungen, der Statistik der Inanspruchnahme des Unfallnotdienstes, ereignen sich die meisten Herzanfälle montags um neun Uhr, das heißt in der Zeit, da die Menschen zur Arbeit gehen müssen …
– Diese Kranken verbindet eines, nämlich daß sie ihre Arbeit nicht lieben, ihr Herz zieht sich zusammen, wenn sie zur Arbeit gehen. Die Ärzte hat das sehr erstaunt, alle haben erwartet, daß die Hauptursache dafür falsche Ernährung und eine bewegungsarme Lebensweise ist.
– Eine weitere Ursache für Herzkrankheiten ist die unbefriedigende Beziehung zu den Menschen, die einem nahestehen. Aber das ist ein anderes Thema.
– Laut einer Umfrage, die unter Medizinstudenten an einer der Universitäten der USA durchgeführt wurde, wurde festgestellt, daß sich niemand von ihnen für diesen Beruf entschieden hat, um Menschen zu helfen. Die Antworten waren im wesentlichen folgende: “Das ist eine Familientradition“, „Das ist ein angesehener Beruf“, „Das ist ein gut bezahlter Beruf“ …
Themen zum Nachdenken
Das Universum gibt uns nicht immer das, worum wir es bitten, aber es gibt uns immer das, was wir brauchen.
– Es gibt einen großen Unterschied und manchmal einen direkten Gegensatz zwischen den Redensarten: “Geld machen“ und “Das Leben meistern.“
– Alles, was lebendig ist, lebt nicht von sich aus und nicht für sich selbst, nur der Mensch kann sich für einen destruktiven Weg entscheiden, für sich allein und für sich selbst zu leben.
– Wir sind nach dem Vorbild und dem Ebenbild des Schöpfers geschaffen, wenn wir etwas schaffen und schöpferisch tätig sind, dann sind wir dem Schöpfer ähnlich.
– Zu leben, nur um ein Ergebnis zu erzielen, bedeutet, Zerstörung auslösen und das Karma verschlechtern.
– Wenn wir entsprechend unserer Natur, unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen und dabei unser Potential ausschöpfen, dann kommen Harmonie und Glück in unser Leben und das Ergebnis wird unwichtig.
– Jede Handlung muß in Form einer Opfergabe erfolgen, sonst bindet sie, entweiht und verursacht Leiden.
– Wenn ein Mensch seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht und dafür alle seine Kräfte einsetzt, dann bringt ihm das eine große Befriedigung.
– Man kann anderen etwas Gutes tun, aber nur, wenn man sich glücklich und zufrieden fühlt.
– Das Geheimnis der Unglücke ist einfach – sich nicht mit dem zu beschäftigen, was wir gerne tun, sondern mit dem, wozu wir uns verpflichtet fühlen, es zu tun.
– Unser Leben ist zu kurz, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die unserer Natur nicht entsprechen und, vor allen Dingen, die uns nicht gefallen.
– Eine Lieblingsbeschäftigung wird uns nicht dafür gegeben, damit sie sofort Geld einbringt, sie ist dazu bestimmt, Harmonie und Freude in unser Leben zu bringen, dann kommt auch das Geld.
– Wenn es ein Ziel gibt, dann bedeutet das, daß es den Wunsch und die Kraft zum Handeln gibt. Wenn es kein Ziel gibt, dann gibt es keinen Wunsch und keine Kraft zum Handeln.
– Du wirst in dem Ausmaß glücklich im Leben, in dem Du für die Welt nützlich bist.
– Die Arbeit an sich kann keine Leiden bringen. Das ganze Elend und die Unglücke führen zu einer Bindung und zu einer Identifizierung mit der eigenen Tätigkeit.
– Alles, was unter Druck und in der Hoffnung auf ein gutes Ergebnis gemacht wird, ist kein Dharma (Mission, Vorbestimmung).
– Ayurveda, die östliche Psychologie und Philosophie, behauptet durch die Worte der erleuchteten Weisen, daß der Mensch vier Lebensziele hat, die er seinem Niveau entsprechend anstrebt:
1. Dharma (eine professionelle Tätigkeit entsprechend der jeweiligen Natur mit den jeweiligen Talenten und Fähigkeiten).
2. Artha (materielles Aufblühen).
3. Kama (Erfüllung der Wünsche, sinnliches Begehren).
4. Moksha (Befreiung, Erleuchtung des Verstandes).
Wenn also der Mensch den ersten Punkt nicht befolgt, das heißt nicht entsprechend seinem Dharma lebt, dann kann er die anderen Punkte nicht erreichen.
Der spirituelle Blick
Die wesentliche Freude des Lebens besteht darin, ein Ziel voll und ganz ins Auge zu fassen, das Sie als ein großes anerkennen. Der Urstoff zu sein und kein bedauernswertes egoistisches Konzentrat von Krankheiten und Leid und sich darüber zu beklagen, daß die Welt es sich nicht zur Aufgabe macht, Sie glücklich zu machen.
George Bernard Shaw
Ayurveda und auch die ganze östliche Psychologie behaupten in erster Linie auf der Grundlage des Bhagavadgita, daß, solange wir an die Früchte unserer Tätigkeit gebunden sind, solange wir aus egoistischen Beweggründen handeln, um materiellen Komfort und Ansehen zu erwerben und uns hervorzutun, wir Sklaven bleiben, deren Schicksal darin besteht, zu leiden.
Die Kabbalisten behaupten, daß alles, was wir tun, im Namen Gottes getan werden muß. Und das werden die größte Ehre und die Glückseligkeit sein, die ein Mensch erleben kann. Das Leben nur für sich selbst bringt kein Glück und verschafft keine Befriedigung. Aber wenn Sie sich in ein Werkzeug Gottes verwandeln und sich für Gott entscheiden, dann erleben Sie ein Paradies auf Erden.
Solange wir nicht begreifen, daß das Leben eine besondere Mission ist, werden wir ein eintöniges Leben führen, das aus einer Reihe sinnloser, absolut nicht miteinander verbundener Ereignisse besteht.
Wenn Sie nicht wissen, auf welche Weise die Ereignisse in Ihrem Leben mit einem großen Ziel verbunden sind und einer großen Sache dienen, dann verliert das Leben seinen Sinn.
Sie hören beispielsweise Radio, das von einem starken Rauschen begleitet ist und ständig kommt es zu Unterbrechungen. Sie hören und verstehen einzelne Wörter, aber Sätze und Absätze können Sie daraus nicht bilden. Natürlich können Sie keine zusammenhängende Erzählung aus dem, was Sie gehört haben, verfassen und das, worum es geht, nicht verstehen. Da kommt einfach ein konfuses Zeug ohne jeden Sinn zusammen. So ist es auch mit dem Leben. Es scheint, daß der Mensch hin und her läuft, alles Mögliche tut, und wenn er stirbt, dann erweist sich alles als so unwichtig, und was der Mensch mit seinem Leben zum Ausdruck bringen wollte, das hat niemand erfahren, auch er selbst nicht. Die Kinder hat er wohl groß gezogen. Aber jeder Hund hat Junge und niemand rechnet ihm das als besonderes Verdienst an.
Groß ist derjenige, der dient
Wem soll man dienen?
Wenn Sie Ihr Leben dem Ziel zu verschreiben, sich jemandes Zustimmung zu verdienen, dann werden Sie auf einer Stufe mit ihm stehen. Aber wenn Sie Ihr Leben Gott widmen, dann macht Sie das zu einem Gottesmann. Das führt zu der Erkenntnis, daß das Leben eine göttliche Mission ist. Jeder hat seine eigene. In dieser Welt, in der man alles Äußerliche anbetet, gilt, daß die Mission des Präsidenten eines Landes viel wichtiger und bedeutsamer ist als die Rolle eines Verkäufers. Aber vom Standpunkt des Absoluten aus betrachtet, wenn wir Gott dienen und ihm zu Ehren dienen, ist jeder Mensch wichtig.
Wir haben uns daran gewöhnt zu denken, daß Erfolg im Leben bedeutet, einen hohen Posten, die Anerkennung der Gesellschaft zu bekommen und viel Geld zu verdienen.
Aber wirklich wichtig sind die Motive, die Qualität der Taten, und ob wir uns von ganzem Herzen mit unserer Tätigkeit beschäftigen. Im großen und ganzen hängt der Erfolg im Leben davon ab, was für eine Entscheidung wir treffen, nur für sich zu leben und dadurch einer Krebszelle ähnlich zu sein oder zu verstehen, daß wir alle ein Teil eines einheitlichen Ganzen sind und daß wir glücklich sein können, wenn wir diesem Einheitlichen dienen.
Wir sind Teile eines Ganzen, und jeder von uns hat seine Vorbestimmung.
Wenn wir das verstehen, dann befreien wir uns von Neid und von der Gewohnheit, uns mit anderen zu vergleichen. Einmal habe ich dieses Thema mit einem Freund von mir, einem in spiritueller Hinsicht zur Entfaltung gekommenen Geschäftsmann besprochen. Er hat ein gutes Beispiel angeführt. Einmal war er Zeuge dessen, daß seine Bekannten jüdischer Abstammung über einen Rabbi gesprochen haben. „Wie leicht kommt er zu Geld, obwohl er im wahrsten Sinne dieses Wortes nicht arbeitet“, sagte einer von ihnen. Und dann hat er sie gefragt: „Und wer von euch möchte an seiner Stelle sein? Zehn Kinder haben, einige Stunden pro Tag die Thora studieren, sich streng an die Regeln der Ernährung und des täglichen Lebens halten?“ Niemand wollte das.
Das ist eine gute Übung für den Verstand. Wenn der Neid anfängt uns lästig zu fallen, wenn es uns so scheint, daß jemand besser lebt, muß man sich fragen, möchten Sie an seine Stelle treten?
Ebensolche Krankheiten, ebensolche Verwandten, und ebensolche psychologischen Probleme haben? Und, was das Wichtigste ist, so einen Weg gehen. Oft ist es so, daß jemand, der einen verantwortlichen Posten bekleiden, bekannt und sehr reich werden möchte, er in vielen Leben viele schwere Stunden hat durchmachen müssen. Und niemand weiß, was mit ihm in Zukunft passiert. Wenn jemandem viel gegeben wurde, wird von ihm auch viel verlangt.
Wenn jemand einen hohen Posten und viele Möglichkeiten hat, dann gibt es für ihn viel mehr Versuchungen. Mehr noch, wenn ein Mensch einen verantwortlichen Posten hat und von ihm die Schicksale vieler Menschen abhängen, und er, statt ihnen zu dienen und sich um ihr spirituelles und materielles Leben zu kümmern, anfängt, sie auszubeuten und auszunützen, so ein Mensch verdient Mitleid, weil er bereits in diesem Leben das Gefühl des Glücks und den Geschmack am Leben verliert. Und das, was ihn in den nächsten Inkarnationen erwartet, wünscht man niemandem. Nach den Gesetzen der Natur ist es so festgelegt, daß jeder Herrscher ein Sechstel des Karmas seiner Untertanen für sich nimmt, und, wenn er ihnen gedient und sich um sie gekümmert hat, er ein Sechstel des guten Karmas, wenn nicht, dann ein Sechstel ihrer Sünden bekommen hat.
Wer auf der Erde der erste war, der wird im Himmel der letzte sein
Christus hat gesagt, daß, wer auf der Erde der erste war, im Himmel der letzte sein wird.
Im Talmud gibt es eine Erzählung über einen Menschen, der heimlich beobachtet hat, was im
Jenseits passiert. Und er hat gesehen, daß diejenigen, die im Leben auf der Erde bekannt und berühmt waren, dort ganz unten waren. Und umgekehrt, einfache Menschen hatten dort einen Ehrenplatz.
Es gibt ein gutes Beispiel. Stellen Sie sich einen Schauspieler vor, den alle begeistert und voll Bewunderung anschauen. Aber der Vorhang fällt, das Theaterleben geht zu Ende, und, nachdem er in einer anderen Welt war, stellt er fest, daß niemand ihn beachtet. Sein Gärtner dagegen nimmt einen bedeutenden Platz ein.
Natürlich ist das etwas abstrakt und vereinfacht, aber es gibt uns die Möglichkeit zu verstehen, daß alles davon abhängt, wieviel wir für Gott oder unseren eigenen Ehrgeiz gearbeitet haben.
Wenn ein Sieger jemand ist, der, nachdem er einen oberflächlichen Erfolg erreicht, jedoch dabei nichts gelernt hat, nicht reiner und besser geworden ist, sondern im Gegenteil, sich in eine überhebliche, stolze, gierige Person verwandelt hat, dann hat er verloren, egal wie hoch oben auf dem Podest er gestanden hat.
Wenn dagegen ein Verlierer seine Niederlage als Gottes höchsten Ratschluß annimmt, den Mut nicht verliert, nicht bedauert und nicht zürnt, dann erringt er einen wahren Sieg, einen Sieg über sich, was für ihn einen spirituellen Aufstieg und Glück zur Folge hat.
Wenn sich ein Mensch über einen anderen erhebt, dann gereicht ihm das nicht zur Ehre. Die wahre Ehre besteht darin, sich selbst zu übertreffen.
Nicht die Rolle ist wichtig, sondern wie man sie spielt
Der Mensch ist das einzige Wesen auf der Erde, das fähig ist, eine Fälschung zu begehen. Einem Hund käme es nicht in den Sinn, ein Pferd zu sein. Aber der Mensch neigt dazu, zu versuchen, „große“ oder einfach andere Masken aufzusetzen.
Es ist wichtig zu verstehen, daß wir alle in einem Stück spielen, in welchem jede Rolle sehr wichtig ist.
Und wenn man diese Rolle ändert, dann muß man die ganze Vorstellung ändern. Wichtig ist nicht die Rolle selbst, sondern wie wir sie spielen.
Im Jahre 2005 in Los Angeles auf einem großen vedischen spirituellen Festival beschlossen die Veranstalter, ein großes Theaterstück aufzuführen. Und für eine Nebenrolle haben sie eine Frau eingeladen, die diese Bitte sehr ernst genommen hat. Sie haben lange geprobt, obwohl ihre Rolle in diesem Stück nur einige Minuten gedauert hat. Und gerade ihr hat der ganze Saal applaudiert, und viele haben gesagt, daß dank ihr die ganze Vorstellung großen Eindruck auf sie gemacht hat. Wie sie hinterher selbst zugegeben hat, war sie deshalb erfolgreich, daß sie eine Rolle gespielt hat, die ihr ihrer Natur nach sehr gelegen hat. Wenn sie jedoch die Rolle der Königin gespielt hätte, dann wäre sie nicht erfolgreich gewesen.
So ist es auch im Leben. Unsere Vorbestimmung ist, die Rolle gut zu spielen, die uns für diese Inkarnation zugewiesen wurde. Und davon, wie wir sie spielen, hängt ab, wie glücklich und harmonisch wir in diesem Leben und auch im nächsten sein werden.
Der deutsche Philosoph Nietzsche hat behauptet: „Wenn ein Mensch nicht empfindet, wie in ihm und über ihm etwas Endloses und Geschlossenes wirkt, ist sein Leben sinnlos.“
Die Antwort des Meisters
Nachfolgend führe ich die Antwort eines meiner Lehrer, des Doktors der Medizin, David Frawley, an.
„Die meisten von uns im Westen leben in einem sehr konkurrenzorientierten Milieu mit einem schnellen Lebensrhythmus. Wie kann man die Orientierung auf die innere spirituelle Entwicklung mit den alltäglichen Pflichten in der Arbeit in Einklang bringen?“
Wir müssen verstehen, daß es nicht möglich ist, unbedingt alles zu haben. Sie müssen sich entscheiden, was Sie wirklich im Leben wollen. Es ist möglich, daß es Ihnen nicht gelingt, vielen Dingen im materiellen Bereich nachzujagen und dabei zu erwarten, daß zu Ihnen ein gutes spirituelles Leben von irgendwoher kommt, wenn das für Sie günstig ist.
Setzen Sie sich Ihre Hauptziele und richten Sie Ihre Hauptenergie auf sie. Bemühen Sie sich, dem Weg zu folgen, der Ihrem Dharma (Ihrer Vorbestimmung) entspricht und dabei anderen keinen Schaden zufügt. Seien Sie bereit, bescheiden zu leben, falls dies nötig ist. Haben Sie den Glauben an höhere Kräfte, die sich um Sie sorgen, nachdem Sie Ihren höheren Lebensweg ausgewählt haben. Die wedische Astrologie kann Ihnen helfen, zu bestimmen, was für eine Tätigkeit Ihnen liegt.

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